Schrauben und Elektro - Mark Gerber

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Schrauben und Elektro

Auf Schrube's Fragen:
Was Deine Heldentaten betrifft, würde mich interessieren, was es mit dem Bohren von tausenden von Löchern in einem der neuen Decks Konstanten Absägen des Schutzleiters an allen Geräten auf dem Bock (ist das nicht verboten???) auf sich hat.

Dinge versenkt und den Propeller als Ankerwinsch benutzt haben wir von der 'jungen' Generation selber auch getan. 'Tausende von Löchern bohren' und 'Schutzleiter absägen' ist jedoch neu für uns – besonders letzteres.

Antwortet Fidelio am 09.08.2012:
Salü Schrube,
Du hast mich erwischt. Die tausende von Löchern waren eigentlich nicht tausende von Löchern, sondern tausende von Schrauben, die wir mit einer Bohrwindel von unten eingeschraubt haben. Holzschrauben, Rundkopf. Ohne Vorbohren. Schraube auf die Windel, ins Loch stecken, drehen.
Die gebohrten Löcher waren seitlich bei der Bord-Erhöhung. Mit Schlossschrauben dazu. Das werden wohl nicht tausende gewesen sein, aber auch genug. Gewisse Schraubensorten waren temporär auf dem ganzen Bödeli ausverkauft.  
 
Die el. Installationen sind auch von Null bzw. Höhlenbewohner bis heute Typ 13 gewachsen. Wir hatten eine Lichtmaschine, die Gleichstrom abgab. Und irgendwoher eine Gleichstrombohrmaschine. Dann hatten wir auch Wechselstrom. Aber das Verteilnetz und die Verlängerungskabel waren nur ausnahmsweise Typ 13. So dass man halt da dieses störende Ding in der Mitte absägen Musste damit man das Gerät betreiben konnte.  
  
Ich gebe zu, wir wussten sogar dass es verboten ist. Aber das war wohl nicht das einzige Verbotene, das auf dem Bock vor sich ging…..  
Die Sache mit dem Bock fing ja an, als die Aufsicht auf See noch durch den Fischereiinspektor (wie hiess die Funktion wohl genau?), ich glaube er hiess Oswald, wahrgenommen wurde. Das war locker. Dann wurde die Seepolizei erfunden. Und die hatte und hat auf dem Brienzersee wenig zu tun. Also konzentriert sie sich auf das, was da ist, umso mehr. Böschgeschichten wirst Du genügend gehört haben.
    
Es gab aber kaum Unfälle, unsere Stiefel wurden röter und röter weil immer mehr Lastwagenpneuflicken drauf waren, die Mütter fluchten nicht mal mehr wenn am Samstagabend die Ueberkleider vor Oel und Wasser den Stoff nicht mehr sehen liessen, und so fort.


Du musst bedenken, dass der Bock zu Beginn einfach mal voll Sand war. Das wurde in Karretten geschaufelt und über lange Bretter über den Bug hinausgefahren. Plötzlich stiess man an etwas an. Das waren Holzbalken, quer zur Fahrtrichtung. Also hat man langsam quer geschaufelt. Da tönt es plötzlich metallisch, und es kamen Winkeleisen zum Vorschein, an die die Bodenbretter geschraubt waren. Da wurden die Schaufeln kleiner. Und als wir mit Schwämmen zwischen den Winkeleisen und den Holzbalken herumputzten kamen wir uns so klinisch sauber vor wie in einem Operationssaal.
   

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü